🌿 10 % auf deine erste Bestellung · Jetzt Newsletter abonnieren · Kostenloser Versand bei Neu-Anmeldung · 🌿
Grow Guide Kapitel [4]
Keimung & Anzucht – der perfekte Start für starke Pflanzen
In der Keim- und Anzuchtphase legst du den Grundstein für den gesamten Grow. Hier entscheidest du, ob deine Pflanzen robust, kompakt und stressresistent starten – oder ob sie mit Schäden, Stretch und Wurzelschwäche in die nächsten Phasen gehen. Dieses Kapitel zeigt dir, wie du Samen sicher keimen lässt und Jungpflanzen optimal versorgst.
Grundlagen: Warum die Anzuchtphase so wichtig ist
Keimlinge und Jungpflanzen sind empfindlich – aber wenn du weißt, was sie brauchen, sind sie sehr gut kontrollierbar. In dieser Phase geht es weniger um maximale Leistung und mehr um Stabilität: gleichmäßige Feuchtigkeit, milde Beleuchtung, moderates Klima und schonende Nährstoffversorgung.
Fehler in der Anzucht – etwa zu viel Wasser, zu starke Beleuchtung, falsches Substrat oder harte Düngergaben – können die Pflanzen dauerhaft schwächen. Das Ergebnis sind langsames Wachstum, Wurzelschäden oder instabile Stiele, die dich durch den ganzen Grow begleiten.
Ziel der Anzuchtphase: kompakte, dunkelgrüne Jungpflanzen mit festem Stamm, gesunder Wurzelbasis
und ohne Stressschäden. Lieber etwas langsamer, dafür robust und widerstandsfähig.
Sanftes Licht
Ausreichend Helligkeit, damit die Keimlinge nicht vergeilen, aber weit entfernt von Vollgas-Beleuchtung
aus der Blütephase. Lampenhöhe & Dimmstufe sind hier dein Feintuning.
Feuchtes, aber luftiges Substrat
Junge Wurzeln brauchen Sauerstoff und gleichmäßige Feuchtigkeit. Nasse, schwere Erde ist Gift – leichte,
vorgedüngte Substrate sind ideal.
Stabiles Klima
Temperaturen um 22–25 °C und etwas höhere Luftfeuchtigkeit (65–75 %) erleichtern Keimung und Anwachsen enorm.
Verknüpfte Kapitel: [3] Growbox Basics [1] Licht & Beleuchtung [2] Luft & Klima
Keimmethoden im Vergleich: Welcher Weg passt zu dir?
Es gibt verschiedene Wege, Samen zum Keimen zu bringen. Entscheidend ist, dass du eine Methode wählst, die du sauber und reproduzierbar umsetzen kannst – nicht die komplizierteste.
| Methode | Beschreibung | Schwierigkeitsgrad | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Direkt in Anzuchterde | Samenspitze 0,5–1 cm tief in leicht angefeuchtete Erde | Einfach | Sehr schonend für die Wurzeln, kaum Umtopfstress |
| Kitchen-Towel (Papierhandtuch) | Samen zwischen feuchte Tücher, in Dose/Beutel dunkel lagern | Mittel | Gute Kontrolle, aber heikel beim Umsetzen |
| Jiffy / Root Plug | Vorgeformte Anzucht-Pellets, Samen mittig einsetzen | Einfach | Sauber, gut für mehrere Samen gleichzeitig |
Für viele Home-Grower ist der Weg direkt in Anzuchterde oder Jiffys die beste Kombination aus Einfachheit und Sicherheit. Keimlinge müssen später nicht mit den Fingern umgesetzt werden, wodurch die empfindliche Wurzelspitze geschützt bleibt.
Verknüpftes Tool: [T6] Seed Guide & Sorten-Übersicht
Schritt-für-Schritt: Von der Keimung zur stabilen Jungpflanze
Die folgende Anleitung funktioniert unabhängig von der konkreten Sorte sehr zuverlässig und ist ideal, wenn du deine ersten legalen Indoorrunden planst.
Substrat & Gefäße vorbereiten
Nutze leichte Anzuchterde oder speziell vorgedüngte Starter-Mixe. Fülle kleine Töpfe (z. B. 0,25–0,5 l) oder Jiffys und befeuchte das Substrat gleichmäßig, ohne es zu „fluten“.
Verknüpfte Inhalte: [5] Düngung & Substrate [6] Bewässerung & Feuchtigkeit
Samen einsetzen & bedecken
Setze den Samen mit der Spitze nach unten circa 0,5–1 cm tief ins Substrat und bedecke ihn leicht. Erde nicht fest andrücken – Wurzeln brauchen Luft und lockere Struktur.
Mikroklima schaffen
Halte das Substrat gleichmäßig feucht, nicht nass. Ein kleines Gewächshaus, ein Dome oder eine transparente Abdeckung helfen, die Luftfeuchtigkeit hoch und Schwankungen gering zu halten.
Zielbereich: 22–25 °C, 65–75 % Luftfeuchtigkeit.
Licht sanft starten
Sobald der Keimling die Erde durchbricht, braucht er Licht. Stelle deine LED deutlich höher als in der Blüte (z. B. 60–70 cm) und reduziere die Leistung über den Dimmer. Ziel ist, dass die Sämlinge kompakt bleiben, ohne zu verbrennen.
Verknüpfte Kapitel: [1] Licht & Beleuchtung [2] Luft & Klima
Bewässerung & erstes Umtopfen
Gieße in der Anzucht lieber in kleinen Mengen, dafür häufiger. Lasse die Oberfläche leicht antrocknen, bevor du erneut befeuchtest. Wenn die Wurzeln den Topf durchwachsen haben und die Pflanze mehrere Blattpaare besitzt, ist der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen in größere Gefäße.
Feintuning: Licht, Klima & Wasser für kompakte Jungpflanzen
Die meisten Probleme in der Anzucht lassen sich auf drei Bereiche zurückführen: zu viel oder zu wenig Licht, falsche Feuchtigkeit und ungeeignetes Klima. Wenn du diese Faktoren im Blick behältst, wird die Anzuchtphase meist sehr unspektakulär – im positiven Sinne.
Licht
- Abstand zur LED großzügig wählen (z. B. 60–70 cm, je nach Leistung).
- Lichtdauer: viele Grower nutzen bereits hier 18/6, aber mit reduzierter Intensität.
- Vermeide Punktbeleuchtung direkt über einzelnen Töpfen.
Klima
- Temperatur nicht unter 20 °C fallen lassen, ideal um 22–25 °C.
- Höhere Luftfeuchtigkeit macht es Keimlingen leichter, bis mehr Wurzelmasse da ist.
- Leichte, indirekte Umluft hilft, Stiele zu kräftigen.
Bewässerung
- Staunässe vermeiden – Töpfe sollten nie dauerhaft schwer & nass sein.
- Wasser mit moderater Temperatur nutzen, nicht eiskalt.
- In dieser Phase sind viele Substrate noch ausreichend vorgedüngt – weniger ist mehr.
Typische Fehler in Keimung & Anzucht – und wie du sie vermeidest
Fast jeder Grower hat in den ersten Runden die gleichen Stolpersteine. Gut: Du kannst sie kennen und von Anfang an umgehen.
1. Zu viel Wasser
- Substrat dauerhaft nass, keine Luft mehr im Wurzelbereich.
- Sämlinge wirken schlapp, Blätter werden gelblich, Wachstum stockt.
Lösung: Weniger, aber gezielter gießen. Topfgewicht als Indikator nutzen. Besser leichte, gleichmäßige Feuchtigkeit als „Fluten & Austrocknen“.
2. Zu starke oder zu schwache Beleuchtung
- Zu stark: verbrannte Spitzen, sehr dunkle, gestresste Blätter.
- Zu schwach: lange, dünne Stiele, Pflanzen kippen um („Stretch“).
Lösung: Lampenhöhe und Dimmstufe anpassen. Keimlinge sollen kompakt bleiben, aber nicht gebleicht aussehen.
3. Zu früh düngen
- Starke Düngerzugaben bei sehr jungen Wurzeln.
- Schnell auftretende Überdüngungs-Symptome trotz kleiner Pflanzen.
Lösung: In der Anzuchtphase lieber mit leicht vorgedüngten Substraten arbeiten und erst später in der Wachstumsphase in das volle Düngeschema einsteigen.
Verknüpfte Kapitel: [5] Düngung & Substrate [6] Bewässerung & Feuchtigkeit
Empfohlenes Equipment für Keimung & Anzucht
Du brauchst kein Labor, um stabile Keimung & Anzucht hinzubekommen – ein paar gezielt ausgewählte Teile reichen vollkommen aus.
-
Anzuchterde oder Starter-Substrat:
Leicht, gut durchlüftet, nicht zu stark vorgedüngt.
[S5] Dünger & Substrate - Anzucht-Töpfe oder Jiffys: Kleine Gefäße helfen, Wasserhaushalt und Wurzelentwicklung zu kontrollieren.
- Mini-Gewächshaus / Dome: Hält Luftfeuchtigkeit hoch, stabilisiert Klima über Keimlinge.
-
LED mit Dimmer:
Eine dimmbare LED aus deinem Hauptsetup ist ideal – später einfach hochdimmen und in Wachstumsphase übergehen.
[S1] LED-Growlampen -
Thermo-/Hygrometer:
Ein kleiner Kombi-Sensor reicht aus, smarte Varianten erleichtern Kontrolle aus der Ferne.
[S2] Sensoren & Smart-Stecker
FAQ: Häufige Fragen zu Keimung & Anzucht
Wie lange dauert die Keimung normalerweise?
In vielen Fällen zeigen sich die ersten Keimlinge nach 24–72 Stunden. Manchmal kann es bis zu einer Woche dauern. Bleib geduldig, solange Substrat, Klima und Samenqualität stimmen.
Wann sollte ich den Dome oder die Abdeckung entfernen?
Spätestens wenn die Keimlinge 1–2 echte Blattpaare haben, solltest du die Luftfeuchtigkeit langsam senken. Öffne den Dome zunächst für ein paar Stunden pro Tag, bevor du ihn komplett entfernst.
Ab wann darf ich mit Dünger arbeiten?
In den ersten 1–2 Wochen nach der Keimung reicht in der Regel die im Substrat enthaltene Grunddüngung. Erst wenn die Pflanzen stabil sind und aktiv wachsen, kannst du mit sehr niedriger Dosierung starten.
Was tun, wenn ein Keimling umkippt oder sich streckt?
Meist ist das ein Zeichen für zu wenig Licht oder zu viel Feuchtigkeit. Stelle die LED etwas näher (oder dimme weniger) und optimiere Gießverhalten und Luftbewegung. Teilweise kannst du beim Umtopfen den langen Stiel etwas tiefer einpflanzen.
Rechtlicher Hinweis
Alle Inhalte in diesem Kapitel sind rein informativ und richten sich an volljährige Personen. Die praktische Umsetzung darf ausschließlich im Rahmen der jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmungen erfolgen. Es erfolgt keine Aufforderung zu illegalen Handlungen.
Dein nächster Schritt im Grow Guide
Wenn deine Jungpflanzen stabil sind, geht es um Nährstoffe, Topfgrößen und Substratwahl – damit das weitere Wachstum nicht durch Mangel oder Überdüngung ausgebremst wird.


