Schädlinge & Krankheiten im Grow – der Zero-Panik-Guide (Erkennen, Stoppen, Vorbeugen)

Schädlinge & Krankheiten im Grow – der Zero-Panik-Guide

Schockmoment: Punkte, Schlieren, Gespinste. Atmen. Mit diesem Plan erkennst du die üblichen Verdächtigen in Minuten, stoppst sie mit Sofortmaßnahmen und stellst dein System so auf, dass sie gar nicht erst wiederkommen.

Legalität & Sicherheit: Dieser Guide richtet sich an Leser in legalen Umgebungen. Lies Produktetiketten, vermeide Sprühnebel in Innenräumen ohne Lüftung, trage Handschuhe/Brille. Keine Rechtsberatung.

Dein Anti-Stress-Fahrplan (3-3-3-Regel)

  1. 3 Minuten Diagnose: Unter- und Oberseite eines Blatts mit Lupe checken. Suche nach Gespinst, Kotpunkten, Larven.
  2. 3 Sofortmaßnahmen: Klima justieren (rF/Temp), befallene Blätter entfernen, klebrige Gelbtafeln setzen.
  3. 3 Tage Nachdruck: Sanfte Bio-Behandlung im Intervall, täglich kontrollieren, Log führen.

Schnelle, kleine Schritte schlagen den „Großangriff“. Erst identifizieren, dann behandeln.

Quick-ID: Wer ist es? (Symptome & Trefferbild)

VerdächtigerSymptomeWo suchen?Beweis
SpinnmilbenSilbrig gesprenkelte Blätter, feine Gespinste an BlattachselnUnterseite Blätter, warme trockene EckenGespinst + winzige bewegte Punkte (Lupe)
ThripseLängliche silbrige Schabspuren, schwarze KotpunkteUnterseite, junge Blätter; flitzen schnell wegSchlankes Insekt (1–2 mm), „Blitz“-Bewegung
TrauermückenMini-Mücken, Larven fressen Wurzeln → „hängend“Bodenoberfläche, Gießrand, TopfunterseiteWeiße Larven im Substrat (1–4 mm)
MehltauWeißer, mehliger Belag, beginnt oft als FleckObere Blattseiten, feuchte stehende LuftLässt sich vorsichtig abwischen (kommt wieder)
Trips + Mehltau KombiSilber + weißer BelagSchwüles Klima, dichter BestandBeides zu sehen – Kombiplan fahren

Nährstoffmängel können ähnlich aussehen. Kotpunkte/Gespinst = Tier; klare Muster an alten Blättern = eher Nährstoff/Lockout.

Sofortmaßnahmen (Tag 0)

  • [ ] Befallene Blätter großzügig entfernen
  • [ ] rF 50–55 % · Temp 22–24 °C · sanfte Umluft
  • [ ] Gelbtafeln (Trauermücken/Thripse) in Kronenhöhe + Substratnähe
  • [ ] Oberste Erdschicht auflockern, ggf. Sand/Perlite-Topdressing
  • [ ] Arbeitsreihenfolge: gesund → krank (Werkzeug/Handschuhe desinfizieren)

Erst Druck raus, dann Mittel wählen. Klima-Korrekturen schwächen jeden Schädling.

Sanfte Bio-Optionen (Indoor-freundlich)

  • Kaliseife/Schmierseife: Kontaktwirkung gegen weiche Schädlinge (Blattunterseiten benetzen)
  • Neem-/Rapsöl-Mischungen: Hemmt Fraß/Entwicklung (nicht in praller LED-Hitze sprühen)
  • BTI (Bacillus thuringiensis israelensis): Gießbehandlung gegen Trauermücken-Larven
  • Raubmilben (Phytoseiulus/Amblyseius): Biologische Gegenspieler gegen Spinnmilben/Thripse

Blüte: Nie „nass“ in dichte Buds sprühen → Schimmelrisiko. Dann stärker auf Nützlinge/BTI setzen.

Aktionspläne nach Schädling (7–14 Tage)

SchädlingPlanWiederholungNotizen
SpinnmilbenTag 0: Kaliseife gründlich unten/oben · Tag 2: Neem/Raps (leicht) · Tag 7: Wiederholenalle 5–7 Tage, 2–3 ZyklenrF eher 50–55 %, Blattwerk lüften; Raubmilben dazusetzen
ThripseGelbtafeln + Kaliseife; Neem im Intervall; Raubmilben (Amblyseius cucumeris)wöchentlich 2–3×Unterseiten treffen! Junge Blätter im Fokus
TrauermückenBTI ins Gießwasser (nach Schema) · Substrat abtrocknen lassen · Gelbtafeln bodennahbei jedem 2. Gießen 2–3 WochenDrain kontrollieren, keine stehenden Pfützen
MehltauBlätter mit Beginn befallen entfernen; Klima: rF runter, Umluft rauf; Backpulver/Schwefel-Alternative außerhalb dichter Blütenalle 3–5 Tage kontrollierenBlätter nicht nass „baden“; Prävention ist König

Goldregel: Lieber mehrere milde Maßnahmen kombiniert (IPM), als ein „starkes“ Mittel einmal.

Schädling oder Mangel? (Kurzcheck)

MerkmalSchädlingNährstoff/Lockout
Gespinst/KotpunkteJaNein
Musterzufällig/fleckigphasen-/blattalterspezifisch
Neue vs. alte Blätterhäufig neueoft definierte Zone (z. B. nur alt/jung)
Reaktion auf KlimaVerbesserung bei rF/Temp-Änderungkaum Effekt; pH/EC-Korrektur hilft

Unsicher? Lupe entscheidet. Ohne bewegtes Leben → erst pH/EC prüfen.

IPM – integrierter Pflanzenschutz (dein Standard)

  • Hygiene: Schuhe/Kleidung wechseln, Werkzeug desinfizieren, Quarantäne für Neuzugänge
  • Klima: keine „Sumpfzonen“, sanfte Umluft durchs Blätterdach
  • Monitoring: Gelbtafeln datieren, wöchentlich Foto-Log
  • Biodiversität: Nützlinge kurweise einsetzen (präventiv schwach)

IPM ist Routine, kein Feuerlöscher. 10 Minuten/Woche sparen dir später Wochen Trouble.

Dein 2-Wochen-Plan bei Befall (Copy & Paste)

Woche 1
- Mo: Diagnose (Lupe), befallene Blätter weg, Kaliseife-Spray (helles Intervall)
- Di: Klima stabil (22–24 °C / 50–55 % rF), Gelbtafeln erneuern
- Do: Neem/Raps dünn (abends, Licht gedimmt), Unterseiten treffen
- Sa: Kontrolle, ggf. Nützlinge ausbringen (Spinn-/Raubmilben)

Woche 2
- Mo: Wiederholung Kaliseife (gezielt)
- Mi: BTI ins Gießwasser (Trauermücken-Fokus)
- Fr: Kontrolle, Fotos, Log – Maßnahmen reduzieren, wenn Trend ↓
      

An Blütestandorte anpassen (keine nassen Buds!). In dichter Blüte → stärker auf Nützlinge/BTI setzen.

Häufige Fehler & schnelle Fixes

FehlerWarum schlechtBesser
Alles gleichzeitig sprühenStress, Schimmelgefahr, keine LernkurveEine Maßnahme je 48–72 h, Effekte beobachten
LED voll aufdrehen beim SprühenBlattverbrennungen, FleckenLicht dimmen/hoch hängen, abends arbeiten
Ständige Nässe am SubstratTrauermückenpartyGießabstände, BTI, Topdressing, Drain weg!
Kein UnterdruckEinflugschneise & Geruch draußenAKF + Abluft korrekt, Zeltwände leicht nach innen

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